Hans-Jürgen aus Köln

 
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Hans-Jürgen habe ich auf der Kölner Domplatte angesprochen. Viele Jahre arbeitete er als Maler und Lackierer. Dann gab es familiäre Probleme und er landete auf der Straße. Seit einem guten Jahr hat er wieder ein eigenes Zimmer in einem Übergangswohnheim. „Da sind auch mehrere Hunde und der Alkohol fließt“, sagt er mit hochgezogener Augenbraue. Sein Hobby ist die Fotografie. Bis spät in die Nacht bearbeitet er seine Fotos. Gerne würde er sich als Fotograf etablieren, um besser leben zu können.

Wann warst Du das letzte Mal glücklich, Hans-Jürgen?


„Ich bin jeden Tag glücklich. Ich steh mit einem Lachen auf und geh mit einem Lachen ins Bett, weil ich alles locker nehme. Wir haben in Deutschland einen extremen Stressfaktor, der die Menschen kaputt macht. Seit über 20 Jahren mach´ ich Tai Chi, Yoga und eine spezielle Atemübung, die nennt man Pranayama. Die hat mir mal ein weiser Mann beigebracht. Seitdem benötige ich keinen Arzt mehr. Auch das Glück habe ich aus dem Fernöstlichen gelernt. Schon Laotse sagte: „Wenn Du gehst, dann geh. Dann mach nicht gleichzeitig auch noch 100.000 andere Dinge.“ Im „Land des Lächelns“ leben sie bewusster, sie atmen bewusster. Das Fernöstliche fasziniert mich.“

Was müsste in Deinem Leben passieren, damit Du häufiger Glück erlebst?


„Zum richtigen Glück gehört natürlich auch ein bisschen finanzielle Sicherheit. Geld alleine macht nicht glücklich, das ist klar. Viele macht es sogar richtig unglücklich. Aber ein bisschen besser würde ich schon gerne leben. Ein weiser Mann hat mir mal gesagt: „Steck Dein Ziel so hoch, bis in die Wolken, so dass Du es nicht erreichen kannst. Aber wenn Du die Hälfte davon erreichst, dann bist Du zufrieden und hast immer noch ein Ziel.“

Was müsste in Europa passieren, damit die Menschen hier glücklicher zusammenleben?


„Die Menschen müssten aufeinander zugehen. Aber zu viel Multikulti ist für Deutschland auch nicht gut, weil viele den deutschen Sozialstaat ausnutzen. Und das schürt Hass. Warum gehen die Leute nicht in ihrem Heimatland auf die Barrikaden und stürmen den Präsidentenpalast? Alle können die doch nicht abknallen. Aber stattdessen sehen sie, da gibt es ein Land in Europa, da fließt Mich und Honig, da muss ich erst mal nicht arbeiten und krieg Hartz IV. Natürlich wollen viele von denen in Deutschland auch was aufbauen. Aber Christen und Muslime auf engstem Raum – das geht nicht gut. Das haben wir ja in Jugoslawien gesehen.“ Dann fügt er noch hinzu: „Aber ich bin kein Rechtsradikaler! Ich habe auch Freunde, die sind Türken, oder kommen aus anderen Nationen. Die sind alle sehr gastfreundlich. Aber auch die sagen: ´Du hast ja recht. Viele wollen sich nicht integrieren.` Aber naja, es gibt fünf Finger und jeder ist anders.“