Sebastián aus Kolumbien

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SEBASTIÁN (16) habe ich in Medellín, Kolumbien, kennengelernt. Seine Lebensgeschichte und seine weise, liebenswürdige Art haben mich zutiefst berührt.

„Als ich fünf Jahre alt war, haben mich meine Eltern einfach zurückgelassen. Wahrscheinlich hatten sie kein Geld“, mutmaßt er. Aber er hat nie wieder etwas von ihnen gehört. Damals griff ihn das Jugendamt auf und brachte ihn bei einer Pflegefamilie unter. Seit gut 4 Jahren lebt er in der Ciudad Don Bosco, einer Einrichtung für Jungen, in der er eine gute Ausbildung erhält und in der er sich wohl fühlt. Mit seinen Pflegeeltern steht er in engem Kontakt.

Wann warst Du das letzte Mal glücklich, Sebastián?

Ich bin sehr glücklich, dass ich vor 11 Jahren zu meiner Pflegefamilie kam. Dort hat es mir gut gefallen. Aber ich bin jeden Tag glücklich. Jeden Tag danke ich Gott für die vielen Möglichkeiten, die mir geboten werden, auch hier in der Cuidad Don Bosco.

Was kannst Du tun, damit Du häufiger Glück erlebst?

Ich liebe das Tanzen, auch weil ich dann nicht an andere Dinge denken muss, die mich vielleicht davon abhalten könnten, meinen Weg weiterzugehen. Ich will meine Gefühle durch Musik und Tanz ausdrücken. Ich möchte immer besser werden und später ein professioneller Tänzer werden, oder Psychologe. Mit dem Geld möchte ich dann meine Pflegeeltern und Geschwister unterstützen.

Was müsste in Kolumbien passieren, damit die Menschen dort glücklicher zusammenleben?

Viele Leute glauben, dass man alles mit Geld lösen kann. Sie glauben, wenn man Geld hat, geht es einem gut. Das glaube ich nicht. Geld verändert die Menschen. Entweder sie fühlen sich mit ihrem Geld schlecht, oder das Geld nimmt ihnen die Lust, mit den armen Menschen zu teilen. Ich glaube, den meisten würde es besser gehen, wenn sie einfach tun, was ihnen gefällt. Gott hat jedem Menschen eine Fähigkeit gegeben. Diese Fähigkeit sollte man in sich entdecken und sie dann leben. Wenn jemand zum Beispiel gut in Tischlerei ist, dann soll er oder sie das machen. Aber nicht, weil man es muss, sondern weil es einem gefällt.

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Judith Döker