Katarina Barley

 
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KATARINA BARLEY (50), Bundesjustizministerin und Europa-Spitzenkandidatin der SPD, Mutter von zwei Söhnen. Was mir bei den Begegnungen mit ihr jedes Mal auffiel, ist ihre entspannte, warme Art. Außerdem ist sie eine sehr gute Zuhörerin.

Wann warst Du das letzte Mal glücklich, Katarina?
Letztes Wochenende. Da hatte sich ganz spontan ein Zeitfenster geöffnet, so dass ich mehr Zeit mit meinem wunderbaren kleinen Sohn verbringen konnte. Da war ich sehr glücklich.

Was müsste passieren, damit Du haufiger glückliche Momente erlebst?
Ich bin ein Mensch, der aus vielen Gegebenheiten Glück schöpft. Ich arbeite zum Beispiel auch sehr gerne, aber durch nichts ist das Zusammensein mit meinen wundervollen Söhnen und mit meinem Liebsten zu ersetzen. Wenn ich die Tage verlängern könnte, um mehr Zeit mit genau diesen Menschen zu verbringen, dann würde mich das noch glücklicher machen. Eindeutig.

Was müsste in Europa passieren, damit wir hier glücklicher zusammenleben?
Viele Menschen sind mit ganz vielen Vorurteilen unterwegs. Die Griechen sind so, die Norweger sind so. Wir sollten vorbehaltloser aufeinander zugehen. Mit Neugier. Mit wohlwollender Neugier. Ich glaube, das wäre ein Rezept, wie wir friedlich und gut miteinander umgehen könnten. Meine Erfahrung ist auch, dass die meisten Menschen sehr offen für menschliche Wärme und Zuneigung, Respekt und Anerkennung sind. Wenn man dies vorbehaltlos gibt, dann bekommt man es auch fast immer zurück. Das trifft sogar auf den Politikbetrieb zu.